RUDI
Rural innovation to address demographic and climate challenges
Viele ländliche Regionen in Europa sind mit sich beschleunigenden Abwanderungstendenzen unter Bedingungen eines sich verschärfenden Klimawandels konfrontiert. Diese Prozesse unterminieren den sozialen Zusammenhalt, Prosperität und die Fähigkeit zur Transformation. Das Projekt RUDI adressiert diese Herausforderungen (1) durch ein besseres Verständnis demographischer Trends ländlicher Räume und ihrer Interaktion mit systemischen sozialen, ökonomischen und ökologischen Barrieren und Innovationsmöglichkeiten unter Bedingungen des Klimawandels; (2) durch die Ermächtigung von Gemeinden, Gemeinschaften und Stakeholdern mit Hilfe von evidenzbasierten Tools, die politische Entscheidungen für demographische Resilienz und mehr Nachhaltigkeit erleichtern; (3) durch das Ko-Design, die Pilotierung und Testung von Lösungsansätzen zur Erhöhung von Lebensqualität und Attraktivität ländlicher Regionen.
RUDI wird zu diesem Zweck acht Rural Innovation Clusters (Cluster für Innovationen im ländlichen Raum) entwickeln, in deren Rahmen Rural Living Labs (Real-Labore) aufgebaut werden. Diese Living Labs fungieren als partizipative Lern- und Experimentierräume für Gemeinden, KMUs, Akteur:innen der Social Economy und der Zivilgesellschaft sowie Forschungseinrichtungen, die Innovationen gemeinsam planen, implementieren und evaluieren. Dazu können zum Beispiel genossenschaftliche Care-Modelle, kreislaufwirtschaftliche Agrar- und Lebensmittelsysteme, und klimaresiliente Mobilitätsstrukturen zählen. Ein innovatives Dashboard, das den regionalen Zusammenhang von Demographie und Klima darstellt, sowie ein Policy Support Package werden Entscheidungstragende mit praxisrelevanten Daten und Strategien unterstützen. Mit Hilfe von Ausschreibungen im Sinn einer Kaskadenfinanzierung (Finanzierung von weiteren Organisationen außerhalb des Konsortiums) und auf Basis eines transregionalen Netzwerks für Rurale Transformation wird RUDI die Replikation von Ergebnissen, transregionales Lernen und die Skalierung von Innovationen vorantreiben. Damit unterstützt RUDI ländliche Regionen auf Basis robuster Evidenz, inklusiver Governance-Ansätze mit Stakeholdern aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und dem Bildungsbereich („Quadruple Helix“) und praktischer Innovationen, hilft beim Aufbau von Kompetenzen und stellt Wissen bereit, um demographische sowie auf den Klimawandel bezogene Herausforderungen zu meistern. Damit trägt RUDI zum sozialen Zusammenhalt in ländlichen Räumen bei und unterstützt die Umsetzung und Weiterentwicklung der Langfristigen Vision der EU für den Ländlichen Raum, des Pakts für den Ländlichen Raum („Rural Pact“) und des Europäischen Green Deal.
Finanzierung: European Research Executive Agency
Fördersumme: € 6.497.471,25 (davon RCE Graz-Styria: € 465.625,00)
Dauer: 06/2026 – 05/2030
Kooperationspartner: Zentrum für soziale Innovation GmbH (Österreich), Instituto Politecnico de Viseu (Portugal), Stichting Wageningen Research (Niederlande), Leibnitz-Institut für Länderkunde EV (Deutschland), Uniwersytet Rolniczy IM. Hugona Kollataja W Krakowie (Polen), Universita Degli Studi Di Milano (Italien), Sofia University ST Kliment Ohridski (Bulgarien), Latvijas Universitae (Litauen), Diesis Network (Belgien), Global Ecovillage Network of Europe EV (Deutschland), Compania Maximalista S. Coop. (Spanien), Obv-Via Campesina Austria - Österreichische Berg und KleinbäuerInnenvereinigung (Österreich), Minha Terra - Federacao Portuguesa de Associacoes de Desenvolvimento Local (Portugal), Stichting Soil Valley (Niederlande), Plattform EV (Österreich), Centrum Kultury Gminy Ciezkowice (Polen), Kurzemes Planosanas Regions (Lettland), Ture Nirvane Societa Cooperativa Sociale di Comunita (Italien), Stoynova Koleva Mariyana (Bulgarien)
Kontaktperson(en): Mag. Dr. Andreas Exner (Projektleitung), Nikolaos Gatsinos (wissenschaftliche Mitarbeit)
Webauftritt des Projekts.